Pädagogische Konzepte

  1. Pädagogische Orientierung

    Wir arbeiten in offenen Gruppen, d.h. jedes Kind ist einer Stammgruppe zugeordnet. Die Kinder haben während der Freispielzeit, entsprechend ihres Alters und ihres Entwicklungsstandes, die Möglichkeit alle Bereiche des Hauses und des Gartens zu nutzen.
    Unsere Kindergartengruppen heißen Igel, Mäuse und Bären. Die Krippengruppe sind die Häschen.
    Außerhalb der Freispielzeit findet eine intensive Förderung und Betreuung statt. Jede Gruppe besteht aus zwei Kleingruppen für regelmäßige, gezielte Differenzierung und Beschäftigung.

  2. Eingewöhnungszeit

    Eine gute Eingewöhnungszeit ist wichtig, damit das Kind sich bei uns wohl fühlt und Geborgenheit erlebt. Uns ist es wichtig ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufzubauen. Ein erstes kennen lernen findet am Schnuppernachmittag statt.
    An diesem Tag kommt jeweils ein Kind für ca. 1 - 1½ Std. mit den Eltern in den Kindergarten und lernt die neue Erzieherin und die neue Gruppe kennen.
    Wir gewöhnen nach dem Berliner Modell ein. In der Eingewöhnungszeit der Kinder ist es nötig, dass diese von den Eltern gut begleitet wird. In dieser Zeit lernen die Kinder die Betreuerinnen, die anderen Kinder und die Tagesabläufe kennen und lösen sich langsam von den Eltern. Die Ablösung kann sehr unterschiedlich verlaufen, deshalb fangen wir mit kurzen Sequenzen an und steigern diese dann je nach Befindlichkeit des Kindes. Somit werden die Intervalle, in denen das Kind alleine in der Gruppe ist, immer länger. Nach ungefähr zwei Wochen sollte jedes Kind eingewöhnt sein. In der Häschengruppe gehen wir von einer Eingewöhnungszeit von zwei bis maximal drei Wochen aus.

  3. Rolle und Selbstverständnis der Pädagoginnen

    Wir begleiten das Kind liebevoll und einfühlsam auf seinem Weg, wecken seine Neugierde und seinen Forscherdrang, unterstützen es in schwierigen Situationen und helfen bei Lösungsmöglichkeiten, fördern seine Eigenständigkeit und Lernfreude, bieten ihnen Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten ihren Tag zu gestalten. Dabei orientieren wir uns am christlichen Menschenbild und machen den Kindern die menschlichen Werte erlebbar. Wichtig dabei ist uns auf die individuellen Unterschiede der Kinder einzugehen und jedes Kind bestmöglich zu begleiten. Dies bedeutet ein differenziertes Bildungsangebot und eine individuelle Lernbegleitung auch bei gemeinsamen Lernaktivitäten.

  4. Bedeutung von Spielen und Lernen

    Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes. Von Geburt an setzt sich das Kind über das Spiel mit sich und seiner Umwelt auseinander. Im Spiel wird eine eigene Realität im Denken und Handeln konstruiert – bis zu den Grenzen der eigenen Fantasie ist alles möglich. In vielen ihrer Spiele spielen Kinder symbolisch und vereinfacht das Leben in Ausschnitten nach, die Erwachsenenwelt liefert ihnen hierfür Vorlagen. Das Spiel hilft Kindern, in die Gesellschaft hinein zu wachsen, Kompetenzen zu erwerben und eine eigene Identität zu entwickeln.
    Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Sie haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, beide stellen eine Beziehung zur Umwelt her und streben nach Einsicht und Sinn. Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse, denn Kinder lernen durch Spielen. Das Spiel ist die elementarste Form des Lernens.

  5. Beteiligung von Kindern

    Beteiligung ist von klein auf möglich. Bei angemessener Unterstützung sind Kinder fähig, ihren Lebensalltag bewusst mitzugestalten. Sie können sehr genau sagen, was sie beschäftigt, äußern spontan ihre Ideen und Vorstellungen. Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger sind die Beobachtung der Signale, die sie aussenden, und ihre Körpersprache.
    Kinderbeteiligung spielt für die Erweiterung der Sprachkompetenz eine wichtige Rolle. Damit Kinder viel Gelegenheit und Anregung erhalten, mit anderen ins Gespräch zu kommen, bedarf es einer Kultur des miteinander Sprechens. Dafür ist der Morgenkreis ein wichtiger Ort, an dem die Kinder sich austauschen, ihre Wünsche äußern und Regeln neu verhandelt werden können. Bei Kinderkonferenzen entscheiden die Kinder über Projekte und Themen, die sie interessieren und die sie gemeinsam erarbeiten und erleben wollen.

  6. Interkulturelle Pädagogik

    Das Kind lernt und erlebt ein selbstverständliches Miteinander von Sprachen und Kulturen. Es hat Interesse und Freude andere Kulturen und Sprachen kennen zulernen und zu verstehen. In unserer Einrichtung leben Kinder aus 16 verschiedenen Nationen und vielen verschiedenen Kulturen und Religionen miteinander. Wertschätzung und Toleranz gegenüber anders Denkenden und anders Gläubigen wird bei uns von Anfang an praktiziert und gelebt.

  7. Umgang mit Konflikten

    Zwischenmenschliche Konflikte treten im Kleinkindalter gehäuft auf, deshalb ist dies für das erlernen von Konfliktlösetechniken eine besonders gut geeignete Zeit. In der Tageseinrichtung lernen Kinder, wie sie die Verschärfung von Konflikten verhindern und wie sie sich von durch andere hervorgerufenen Gefühlen distanzieren und Kompromisse finden können. Wichtig ist für sie auch zu erfahren, wie sie als „Mentor“ in Konflikte anderer Kinder vermittelnd eingreifen können.